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Das folgende sind Sprüche, die die schlesischen Töpfer
gerne auf Wandteller schrieben (mit Übersetzung):
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Lab ock sisse
( Lebe wohl )
Kumm ock wieder
( Komm doch wieder )
Roas ock nie asu
( Hetze Dich nicht so )
Suste nischt ock heem
( frei übersetzt: Sonst nichts als heim )
Nischte nie ock heem
( frei übersetzt: Nichts als heim )
Derrheeme is halt derrheeme
( Daheim ist halt daheim )
Derrheeme is halt om schiensten
( Daheim ist's halt am schönsten )
Och nie jechen
( Nur nicht so jagen, hetzen )
Zu viel und zu wing is immer een Ding
( Zu viel und zu wenig ist immer eine Sache)
Bleib ock no a bissel
( Bleib doch noch ein wenig )
Kleene Tippla kocha leicht ieber
( Kleine Töpfe kochen leicht über)
Nee, nee! Ju, ju! Es ies asu !
( Nein, nein! Ja, ja! Es ist halt so )
Och derheeme woar nie olles Zuckerlecke
(Auch daheim war nicht alles Zuckerlecken)
Derr Oppel fällt nie weit vum Stomme
(Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm )
Lieba a bißla gutt gelabt und nie asu lange
(Lieber ein wenig gut gelebt und nicht so lange)
Wuhl dam, dam's schmeckt und ar hoat nischt
(Wohl dem, dem's schmeckt und er hat nichts)
A Tippel und a Kriegel und die Hucke voll Priegel
(Ein Topf und ein Krüglein, und den Buckel voll Prügel)
War zeitich ufstieht frißt sich oarm, war liega bleibt, hält's Bette woarm
(Wer früh aufsteht, frißt sich arm. Wer liegen bleibt, hält's Bett warm)
Es is im ganzen Durfe nie su schien, wie friehmurgens eim Bette
(Es ist im ganzen Dorf nirgends so schön wie frühmorgens im Bett)
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Sammlung schlesischer Sprüche von Gerhard Seiler
Töpfermeister Gerhard Seiler (1907 - 1998) übernahm 1938 die elterliche Werkstatt in Naumburg am Queis und leitete sie bis 1945. 1948 gründete er mit seiner Frau Charlotte die Töpferei in Leutershausen neu.
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War lange froit, gibbt ni gerne
Keene Henne schorrt umsunst
Wenn’ Herze brennt, muß dar Kupp Woasser hulln
Burgen macht Surgen, Wiedergaben macht Sauerlaben
De timmsten Pauern hoan die grißten Kartuffeln
En Pfard zieht ne oalles und en Dukter verstieht ne oalles
A bieses Weib, a saures Bier, behitt der Himmel mich derfier
Voater schieb du die Korre, die Puckel is schun krumm
Wie die Kust - asu die Lust
Sei wieder gutt, is waor ja nie su biese gemeent
Kleene Schnietla, kleene Schrietla
Wenn assa do assa, wenn oarbeeten do verstecka
Wer abeet bis ei de Nacht, dar haot om Tage zu wing gemacht
Woas muß ma sich quälen, bis ma Großvoater is
Reichtum schändet nicht und Oarmut macht nich glicklich
Wam derr Teifel uff’n Dache sitzt, dam schäßt ar ei de Esse
Lieber troiges Brut assen, oals woas bieses tun
En Teifel is asu schwoarz wie derr andre
Woas dar Pauer nich kennt, frißt ar nich
Jung und schlang hoat viel Verdrang, kleen und dicke hoat keen Geschicke,
lang und derre is a ewijes Gezerre
Ma muß mit da Oarbeet nie wiesta, Morne is och no a Tag
Aßt ock Quark, dar kiehlt... meent dar Pauer.
Ich aß Putter und wenn ich vabrenn... meent dar Knecht
War’s hoat, hält isch an Hund - war’s nicht hoat bellt selber
Die Liebe is blind, sie frißt Popel und Grind
War andern ei der Nase bohrt, is selbst a Schwein
De Liebe und derr Suff, die reiben a Menschen uff
Oam Schirb sitt ma, wie schien derr Tupp woar
Ach du Sisse, ich hoab su kaale Fisse
Brinkel machen Brocken, und Brocken machen Brut
Schien willkumma
Schläscher Kucha, Sträßelkucha,
doas ies Kucha sopperloot
Voater, schieb du die Korre - dei Puckel is schun krumm!
Nörnd giehts drähnder haar und zu wie uff dr Walt
War sich ärgert, dar wird groo und hoat zeitlebens nischt davoo.
’s hoot ieberall aan Hund, dar d’beßt!
De Hauptsache is, ma hott gesunde Beene, do gieht ma der Arbeet aus’m Wege...
Ene, mene mei, das Tippel is entzwei!
Schmeck, wie de willst! Wenn’ste ok da Ranza fillst!
Woas nutzt ins schlechtes Laba? Nischt! Lieber awing gutt, an doderfiere a bißla länger.
Oaber seit doas Starba uffgekumme ies, is ma halt seines Labens nimmer sicher.
Wenn’s Gott will, daß de abbrenna sullst, troags ei Geduld - an wärm dich droa!
Imsunst ist nischte nich uff dar Welt.
Nich amol derr Tud, denn dar kust noch is Laba!
Uff eem Been sein mer nie gekomm!
© by Töpferei Seiler Friedrich Moll
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...berühre mich mit der Maus!
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